07.08.2011 Kriterium in Hanau
Nach dem Uni-Radrennen in Wuppertal, bei dem ich krankheitsbedingt doch einige Schwierigkeiten hatte ging es nun zum Kriterium nach Hanau. Ich war zwar immer noch etwas erkältet, aber ich fühlte mich schon wieder deutlich besser als noch vor einer Woche. Bei der Streckenbesichtigung am PC, dafür gibts ja ganz gute Programme
, fiel mir gleich die extrem winklige Streckenführung auf. Schließlich gab es auf der 700m langen Runde acht Kurven. Zwei davon etwas langgezogen, die restlichen waren alle samt schön rechtwinklig. Das aber nicht nur die vielen Richtungswechsel eine Herausforderung werden sollten fiel bei dann sofort bei der ersten Streckenbesichtigung vor Ort auf. Direkt nach Start/Ziel ging es auf einen gepflasterten Platz. Auf dem ersten Metern war der Belag noch recht gut, danach aber wurde es zu “richtigem” Kopfsteinpflaster. Und darauf ging es dann auch noch um eine sehr enge 90° Kurve. Der Rest der Strecke war eigentlich recht gut zu fahren, aber bei einer so kurzen Runde bleibt nach den ca. 250m Pflaster ja nicht viel “Reststrecke” übrig
. 90 Mal sollte es übrigens über die Rüttelplatte gehen. Mit Defekten und Stürzen war also zu rechnen. Zum Glück war es trocken sodass wenigstens das Sturzrisiko nicht ganz so extrem war.
Nach dem Ich mit zusammen mit Marius warmgefahren und anschließend hektisch auf die Uhr blickend an einer Bahnschranke gewartet habe ging es zum Start. Dort Trafen wir dann auch Timo der ebenso wie ich bereits 4 Platzierungen hatte und somit heiß auf die fünfte und letzte Platzierung war. Mit etwa 50 weiteren Fahrern ging es dann auf die Strecke. Das Feld war von Beginn des Rennens sofort langezogen und in Einerreihe unterwegs. Wie ich befürchtet hatte waren die Erholungsphasen zwischen dem Pflasterüberfahrten nicht wirklich lang und vorne löste sich bereits nach der ersten Wertung eine dreiköpfige Gruppe vom Feld. Wenige Runden Später fassten Timo und ich uns ein Herz und machten uns auf die Verfolgung der Trios. Anfangs hatten wir noch einen Begleiter, der musste allerdings kurze Zeit später reißen lassen. Auch wenn das Fahren im Wind nicht sehr kräftesparend ist war es doch auf dem Kopfsteinpflaster deutlich angenehmer und vor allem auch schneller wenn man nur zu zweit unterwegs war. Währenddessen kamen wir der Spitzengruppe immer näher. Die Lücke war zwischenzeitlich kaum größer als 30m, aber und gingen aufgrund des extrem hohen Tempos so langsam aber sicher die Kräfte aus. So wurde der Abstand wieder langsam aber stetig etwas größer und ich spielte schon mit dem Gedanken raus zu nehmen und mich wieder vom Feld schlucken zu lassen. Bei der nächsten Wertung fuhren wir dann also an Position 4 liegend. Das war zwar einerseits gut, andererseits aber auch irgendwie suboptimal da nur einer von uns einen Punkt bekommen konnte. Timo rief hinter mir dass ich den Punkt holen sollte. Ich fühlte mich in der Situation irgendwie nicht so ganz wohl und drehte mich auf der Zielgeraden noch einmal mit fragendem Blick zu ihm um. Darauf signalisierte er mir erneut dass er mir den Punkt überlassen würde. So fuhren wir also durch die Wertung und versuchten weiterhin das Tempo so hoch wie möglich zu halten. Bis zur nächsten Wertung war es aber leider noch ein langer Weg und ich merke dass ich mir mit dem Fluchtversuch so langsam aber sicher alle Lichter ausschießen würde. Als das Feld dann bereits bis auf wenige Meter an uns herangefahren war signalisierte ich Timo dass ich die Kräfte verschossen habe. Als ich im Windschatten des Feldes versucht mich zu erholen fuhr Timo noch zwei weitere Runden vor dem Feld. Wurde letztendlich aber auch geschluckt. Bei der kurz darauf anstehenden Wertung waren wir beide mit regenerieren beschäftigt sodass an Sprinten nicht mal ansatzweise zu denken war. Während ich fast die ganze verbleibende Renndistanz versuchte wieder zu Kräften zu kommen beteiligte Timo sich wieder an den Wertungssprints. Leider wurde er nicht belohnt und fuhr erneut knapp an einem Punkt vorbei. Da die drei Ausreißer einen Großteil der Punkte einheimsten bestand zwar für mich die Möglichkeit mit dem einen Punkt in die Top 10 zu fahren, aber wirklich sicher war ich mir da nicht. Zum Glück fand ich pünktlich zur Schlusswertung wieder zu Kräften und arbeitete mich langsam aber sicher im Feld nach vorn. Kurz vor der letzten Kurve fuhr ich dann an zweiter Position und im Sprint um den letzten Punkt tauchte dann sogar noch ein Fahrer aus der Führungsgruppe vor uns auf. Es hätte also sogar noch mehr Punkte geben können, aber weder erreichten wir den Ausreißer, noch konnte ich mir den vierten Platz sichern. So musste ich also hoffen dass der eine Punkt für eine Platzierung reicht. Timo war leider bei der Letzten Wertung etwas zu weit hinten um noch vorne mit sprinten zu können.
Als dann endlich die Ergebnisliste veröffentlicht wurde kam die große Überraschung. Timo bekam sie zuerst zu sehen und rief mir zu dass ich neunter geworden sei. Das konnte ich gar nicht glauben und musste mich erst mal selbst davon überzeugen. Das war sie also, meine fünfte Platzierung. Und dass in der ersten Amateursaison. Damit hätte ich vor Saisonbeginn nicht mal ansatzweise gerechnet. An dieser Stelle aber noch einmal ein riesiges DANKESCHÖN an Timo. Schließlich wäre er mit dem einen Punkt auch aufgestiegen. Ich werde mich beim nächsten gemeinsamen Rennen auf jeden Fall revangieren.
Mit der Edermünder Runde, dem Kriterium in Seeheim und dem Gartenstadt Rennen in Bramsche stehen jetzt erst mal 3 B/C-Rennen an. Mit denen hatte ich ja bisher nur Pech, aber ich hoffe dass ich meine DNF-Serie unterbrechen kann. Vielleicht ist ja sogar noch eine gute Platzierung möglich. Das wäre dann natürlich die Sahnehaube auf einer ohnehin schon genialen Saison.

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